Die Schreckensnacht vom 8. September 1942

Als der Krieg Flörsheim erreichte – Das Protokoll einer Zerstörung

Dokumentation des verheerenden Bombenangriffs auf Flörsheim am Main in der Nacht vom 8. auf den 9. September 1942 anhand von militärischen Akten, amtlichen Meldungen und zeitgenössischen Berichten.

Wappen Flörsheim Wicker Weilbach

Kapitel 1: Ausgangslage und historischer Kontext (September 1942)

Die militärische Lage im Luftkrieg Anfang September 1942

Im Spätsommer 1942 intensivierten die alliierten Luftstreitkräfte ihre Einsätze gegen Industrie- und Infrastrukturzentren im Reichsgebiet. Die nächtlichen Einflüge auf südwestdeutsches Gebiet mehrten sich stetig, wobei insbesondere die Ballungsräume am Zusammenfluss von Main und Rhein ins Visier der Royal Air Force gerieten. Zivile Wohngebiete blieben dabei nicht verschont und erlitten zunehmend schwere Gebäude- und Personenschäden. Der Luftkrieg, der für die Bevölkerung kleinerer Gemeinden zuvor oft noch als fernes Geschehen wahrgenommen worden war, rückte unausweichlich näher.

Primär- und Sekundärziele: Das Rhein-Main-Gebiet im Visier

Das übergeordnete militärische Ziel der britischen Bomberverbände in der Nacht vom 8. auf den 9. September 1942 war Frankfurt am Main sowie die stark kriegswichtige Industrie in Rüsselsheim – allen voran das weitläufige Gelände der Opel-Werke. Für die anfliegenden Staffeln der RAF, darunter die Lancaster-Maschinen der No. 50 Squadron, lautete der Primärauftrag auf den Angriff von Frankfurt.

In der Einsatzpraxis führten dichte Flakriegel, Nachtjägerabwehr, Orientierungsschwierigkeiten oder meteorologische Gegebenheiten wie mäßige Sicht dazu, dass Bombenlasten vorzeitig abgeworfen oder Ausweichziele entlang der An- und Abflugrouten belegt wurden. Das unmittelbar benachbarte Flörsheim am Main geriet so – zusammen mit Ortschaften wie Raunheim, Hochheim, Bischofsheim, Wicker, Trebur und Königstädten – als Sekundärziel in den direkten Wirkungskreis des Großangriffs.

Flörsheim vor dem Großangriff: Luftschutz und Vorbereitungen

In der Gemeinde Flörsheim am Main herrschte im Spätsommer 1942 eine angespannte Routine, die durch wiederkehrende Fliegeralarme geprägt war. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Ort selbst von verheerenden Abwürfen weitgehend verschont geblieben, weshalb Teile der Bevölkerung die Gefahr zunächst noch unterschätzten. Dennoch waren auf behördliche Anordnung hin umfangreiche zivile Schutzvorkehrungen angelaufen:

  • Herrichtung der Keller: Gemäß den geltenden Luftschutzbestimmungen waren die Hauseigentümer verpflichtet, private Kellerräume zu Luftschutzräumen herzurichten. Dazu gehörten das Anbringen eiserner Schutzklappen an Kellerfenstern und Eingängen sowie das Einrichten von Notlagern für Kinder, Kranke und ältere Bewohner. In Doppelhäusern und zusammenhängenden Häuserzeilen wurden Wanddurchbrüche zum jeweiligen Nachbarkeller angelegt und provisorisch mit dünnem Mauerwerk geschlossen, um im Falle einer Verschüttung Fluchtwege freizuschlagen.
  • Erste Tiefbunker: Wohlhabendere Bürger oder private Interessengemeinschaften trieben vereinzelt bereits tiefe Schutzbauten in die Erde, wie etwa die von Bürgern geplante Bunkeranlage auf dem Anwesen von Maurermeister Martin Kilb (Grabenstraße 60), die bereits im Frühjahr 1942 begonnen und erstmals genutzt wurde. Zudem bestanden im Ort öffentliche Schutzräume, unter anderem im Bereich der „Karthaus“.
  • Feuerwehr und Brandbereitschaften: Die Flörsheimer Feuerwehr, die seit dem Inkrafttreten des Feuerlöschgesetzes von 1939 formell als Feuerschutzpolizei organisiert war, stand unter dem Kommando von Wehrführer Johann Bauer und dessen Stellvertreter Adam Dieser. Der frühere Kommandant Michael Mohr war im Zuge der Umorganisation und wegen Differenzen mit Bürgermeister Dr. Ludwig Stamm von seinem Amt zurückgetreten. Um auf Alarme sofort reagieren zu können, waren feste Feuerbereitschaften eingerichtet worden, die bei Alarm auf dem Rathaus einzurücken hatten. Diese Mannschaften rekrutierten sich aus der verbliebenen Freiwilligen Feuerwehr, einer Pflichtfeuerwehr aus örtlichen Gewerbetreibenden sowie der sogenannten HJ-Feuerwehr (Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren).

Einführung der „Öffentlichen Luftwarnung“ zum 1. September 1942

Eine wesentliche organisatorische Neuerung griff unmittelbar vor den Ereignissen: Zum 1. September 1942 war offiziell das System der „Öffentlichen Luftwarnung“ eingeführt worden. Bei Einflügen feindlicher Flugzeuge sollte nicht mehr automatisch vollständiger Fliegeralarm mit einer Unterbrechung aller Arbeits- und Verkehrsabläufe ausgelöst werden; das öffentliche Leben und die Schichten in kriegswichtigen Betrieben sollten so weit wie möglich normal weiterlaufen. Diese Regelung führte in jenen Tagen zu einer trügerischen Gewöhnung der Zivilbevölkerung an Überflüge, da Sirenen zum festen Bestandteil des Alltags geworden waren – bis in den späten Abendstunden des 8. September 1942 die Schreckensnacht ihren Lauf nahm.

Kapitel 2: Die militärische Operation der Royal Air Force in der Nacht vom 8. auf den 9. September 1942

Einsatzbefehl und Beteiligung der No. 50 Squadron

Die No. 50 Squadron der britischen Royal Air Force (RAF) unterstand dem Hauptquartier der No. 5 Group und operierte von der Basis RAF Swinderby aus. Für die Angriffsoperation in der Nacht vom 8. auf den 9. September 1942 war unter anderem die viermotorige Avro Lancaster mit der Kennung „J“ für einen Angriff auf das Primärziel Frankfurt eingeteilt.

Der Einsatzbericht der Lancaster „J“ (Combat and Sighting Report)

Der offizielle Bericht des leitenden Schützenoffiziers (Gunnery Leader) der No. 50 Squadron (Ref. 50S/430/Arm, archiviert unter AIR/50/188) hält den Einsatzverlauf und zwei direkte Feindberührungen fest:

  • Luftkampf auf dem Hinflug: Um 23:00 Uhr befand sich die Maschine auf dem Weg zum Ziel in einer Höhe von 15.000 Fuß (ca. 4.570 Meter) auf der Position 50° 00′ N und 07° 00′ O. Der Heckschütze beobachtete einen Angriff eines nicht identifizierten feindlichen Flugzeugs, das querab und leicht von unten anflog und zwei Feuerstöße aus einer Bordkanone abgab. Die Lancaster entkam durch ein abruptes Ausweichmanöver in einen steilen Sturzflug.
  • Gegenkurs-Begegnung auf dem Rückflug: Um 23:50 Uhr flog die Lancaster nach dem Angriff auf Frankfurt in 10.000 Fuß Höhe (ca. 3.050 Meter). Auf der Position 50° 05′ N und 08° 25′ O sichtete der Heckschütze eine deutsche Messerschmitt Bf 109, die auf Gegenkurs flog – leicht oberhalb und in einem Abstand von nur etwa 50 Yards (ca. 45 Meter). Der deutsche Jäger unternahm keinen Angriff, änderte seinen Kurs nicht und verschwand in der Dunkelheit.

Geografische Verortung der Rückflug-Koordinate:

  • Breitengrad (Latitude): 50° 05′ N (ca. 50,0833° N)
  • Längengrad (Longitude): 08° 25′ O (ca. 8,4167° O)
  • Lage: Die gemeldete Koordinate verweist exakt auf eine Position im hessischen Main-Taunus-Kreis im Ballungsraum des Rhein-Main-Gebiets zwischen Frankfurt am Main und Wiesbaden. Konkret liegt dieser Punkt im Bereich von Hofheim am Taunus sowie den unmittelbar angrenzenden Kommunen Flörsheim am Main, Kriftel und Hattersheim am Main – und damit direkt über dem unmittelbaren Ziel- und Abwurfgebiet.
  • Bedingungen: Bei beiden Begegnungen war das I.F.F.-Störgerät (Freund-Feind-Erkennung) der Lancaster aktiv. Am Himmel stand kein Mond, die Sichtverhältnisse wurden als mäßig protokolliert.

Angriffstaktik und Zielmarkierung

Um den Bombern die Orientierung und Zielerfassung zu ermöglichen, setzten die Vorausmaschinen sogenannte Leuchtbomben („Leuchtschirme“ oder im Volksmund „Christbäume“) ein. Schätzungsweise 30 bis 35 dieser Leuchtschirme standen gleichzeitig über dem Raum zwischen Hochheim und Eddersheim am Himmel. Die Ausleuchtung war so intensiv, dass der gesamte Bereich taghell erleuchtet wurde. Zeitzeugen schilderten zudem ein grellrotes Leuchten am Himmel westlich von Flörsheim.

Die deutsche Flugabwehr

Die im Raum Flörsheim stationierten Flak-Einheiten eröffneten massives Abwehrfeuer:

  • Schwere Flugabwehrgeschütze standen unter anderem auf der Anhöhe „Kelb“, auf dem „Rod“ sowie in den umliegenden Stellungen im Gelände.
  • Flakscheinwerfer suchten den Nachthimmel ab und erfassten einzelne Bomber direkt über dem Ort.
  • Zeitzeugen beobachteten, wie Flieger von den Scheinwerfern angestrahlt, unter Dauerbeschuss genommen wurden und daraufhin teils in Richtung Wicker abdrehten.

Abgeworfene Munition über Flörsheim

Während Rüsselsheim (insbesondere das Opel-Werk) und Frankfurt die Hauptlast des Verbandes trafen, wurde Flörsheim von einer zerstörerischen Bombenlast belegt:

  • 3 Luftminen: Großkalibrige Minenbomben mit enormer Druck- und Detonationswirkung, die ganze Straßenzüge abdeckten und Mauern eindrückten.
  • 8 schwere Sprengbomben: Zielgerichtet auf Bausubstanz und Gebäude.
  • Zahllose Brand- und Phosphorbomben: Stabbrandbomben sowie schwere Phosphorbomben (u. a. im Kaliber 50 Pfund), die im gesamten Ortsgebiet niedergingen und unzählige Einzel- und Großbrände auslösten.

Kapitel 3: Chronologie des Angriffs auf Flörsheim (Nachtverlauf 23:15 bis ca. 03:30 Uhr)

23:15 – 23:30 Uhr Die Alarmierung und der Weg in die Schutzräume: Erste Detonationen und Erschütterungen durch Luftminen wurden bereits ab ca. 23:15 Uhr registriert. Gegen 23:30 Uhr bzw. um Mitternacht riss das auf- und abschwellende Heulen der Sirenen die Flörsheimer Bevölkerung aus dem Schlaf. Zeitzeugen empfanden das Sirenengeheul in dieser Nacht als klagender, schriller und anhaltender als in den Nächten zuvor. In großer Eile warfen sich die Bewohner Kleidung über, sahen nach den Kindern und flüchteten in die vorbereiteten Schutzkeller, Gewölbekeller oder privaten Bunkerräume. Während Frauen und Kinder vorausgingen, traten viele Familienväter und Männer noch kurz auf Hof oder Straße, um die Lage am Himmel zu beobachten.
23:30 – 00:15 Uhr Einflug der Verbände, Flakfeuer und Markierung: Dumpfes Motorengedröhn und das Summen der feindlichen Maschinen näherten sich aus westlicher Richtung und schwollen stetig an. Die Flakgeschütze auf der Kelb, auf dem Rod und im weiteren Umkreis eröffneten ein massives Dauerfeuer, dessen dumpfe Einschläge und Druckwellen den Boden erzittern ließen. Flakscheinwerfer tasteten den Nachthimmel ab. Sobald die britischen Maschinen die Gemarkungsgrenze erreicht hatten, entfalteten sich zwischen Hochheim und Eddersheim schätzungsweise 30 bis 35 Leuchtbomben („Christbäume“) am Nachthimmel. Das gesamte Gebiet von Flörsheim und Rüsselsheim wurde schlagartig taghell erleuchtet. Zeitzeugen sahen am Westhimmel ein bisher ungesehenes, unheilvolles grelles Rot. Als das Zischen der ersten fallenden Bomben einsetzte, eilten auch die letzten Männer im Freien hinab in die Schutzräume.
00:15 – 01:30 Uhr Bombardement, Zerstörung und Brandausbrüche: Ein konzentrierter Abwurf von Minen-, Spreng- und Brandbomben ging über Flörsheim, Rüsselsheim und Raunheim nieder. In der oberen Hauptstraße schlugen Sprengbomben ein und brachten Gebäude wie das Anwesen Koch/Scheer zum Einsturz. An der Gartenmauer des Krankenhauses detonierte eine schwere Luftmine, deren Druckwelle die gesamte Häuserzeile der Riedstraße zerstörte oder schwer beschädigte. Eine weitere Mine explodierte an der Eddersheimer Straße und deckte umliegende Gebäude ab. Die Wucht der Detonationen drückte Staub, Rauch und Mörtel in die Schutzräume, ließ Kellerwände erzittern und riss Hoftore aus den Verankerungen.

Ausfall der Versorgung & Großbrände: Das elektrische Licht erlosch im gesamten Ort. Gleichzeitig brach das Trinkwassernetz infolge von 16 Rohrbruchstellen und der gleichzeitigen Öffnung zahlloser Wasserhähne zusammen; aus Schläuchen und Hähnen trat nur noch ein kraftloses Rinnsal aus. Gegen 00:15 Uhr schlugen Brandbomben und schwere Phosphorbomben (u. a. eine 50-Pfund-Bombe bei Schneider in der Eisenbahnstraße 59) in Dächer und Obergeschosse ein. Vor allem im Altstadtbereich zwischen Obermainstraße und Karthäuserstraße brachen 12 Großbrände aus. Die historische Hofreite „Zum Stern“ brannte lichterloh.

Opfer: Noch während der Detonationen starben zwischen 00:45 Uhr und 01:30 Uhr fünf Flörsheimer Bürger durch Trümmer, einstürzende Kellerdecken oder den bloßen Luftdruck. In verschütteten Kellern gruben Nachbarn Verletzte mit bloßen Händen aus.
01:30 – ca. 03:30 Uhr Abklingen des Angriffs, Großbrandbekämpfung und Entwarnung: Da das Leitungsnetz versagte, organisierten Nachbarschaften Menschenketten, um Wasser mit Eimern aus intakten privaten Hofbrunnen (wie Dienst und Breckheimer) sowie aus dem Main herbeizuschaffen. Mit Hand- und Luftschutzspritzen wurde versucht, ein Übergreifen der Flammen auf Wohngebäude zu verhindern. Nach etwa anderthalb bis zwei Stunden trafen die alarmierten Wehren der umliegenden Orte (u. a. Kastel, Weilbach, Delkenheim, Okriftel, Wicker, Wallau, Massenheim, Eddersheim) ein und brachten Motorspritzen zum Einsatz. Die Straßen waren durch zähflüssigen Phosphor stellenweise kaum passierbar.

Bürger und Handwerker retteten lebensnotwendige Vorräte (wie 15 Säcke Mehl aus der Bäckerei Dehn), Vieh aus brennenden Stallungen und bewegliches Mobiliar. Gegen 03:30 Uhr heulten die Sirenen zur Entwarnung. Über dem Main spiegelte sich das glutrote Feuer Rüsselsheims wider. Erschöpfte Einwohner traten ins Freie, um das Ausmaß der Verwüstung zu überblicken, während Feuerwehr, Brandwachen und die HJ-Feuerwehr die Brandnester bis in die Morgenstunden weiter niederhielten.

Luftbild mit markierten Aufschlagorten der Luftminen

A Maindamm, B Krankenhausmauer, C zwischen Graulich und den Sägewerken Mohr und Richter.

Kurze Beschreibung der Abbildung: Das historische Luftbild zeigt die Ortschaft Flörsheim am Main mit drei markierten Einschlagstellen:

  • Punkt A: Liegt am Maindamm im südwestlichen Bereich nahe dem Fluss.
  • Punkt B: Markiert die Stelle an der Krankenhausmauer im südlichen Ortsbereich.
  • Punkt C: Verzeichnet einen Bereich weiter östlich in unbebautem bzw. locker bebautem Gelände (zwischen Graulich und den Sägewerken Mohr und Richter).

Foto: Luftbild TARA ACIU 106G 141A 3011 vom 10. September 1942

Kapitel 4: Schauplätze und Ereignisse nach Zeitzeugenberichten

Doch was ist eine Luftmine?

„Das waren Apparate“, berichtet unser Zeitzeuge Reinhold Kunz, „die waren mindestens 80 Zentimeter bis einen Meter im Durchmesser, man kann sagen wie ein Teer- oder Ölfass, nur etwas länger. Wurden die abgeworfen, kamen die ins Trudeln, weil sie keine Führung gehabt haben, das hat sich ganz komisch angehört. Wenn die im richtigen Winkel aufgeschlagen sind, haben die keinen Krater gerissen, aber alles im Umkreis von 200 bis 300 Metern ist fortgeflogen. Da hast du nichts mehr gesehen.“

Der 1928 geborene Zeit- und Augenzeuge Karl Mohr aus der Riedstraße hat mir erzählt: „Wie das Ding runtergekommen ist, das hat einen Blitz gegeben, dann hast du gesehen, wie sich vom Druck alles gehoben hat, und schon war es fertig. Die Luftmine hat keinen großen Krater und kaum Schaden an der Krankenhausmauer gemacht, nur alles, was sich über dem Erdboden befand, war wie abrasiert.“

Die Luftmine gehörte zu den schwersten Bomben, die die britische Luftwaffe zu der Zeit besaß. Die dünnwandige Bombe war etwa 2,80 Meter lang und mit über 1.800 Kilogramm hochbrisantem Sprengstoff gefüllt. Sie hatte etwa die Größe eines „Badeofens“, weshalb man sie in Deutschland auch scherzhaft so bezeichnete. Die Engländer nannten sie „Blockbuster“ (Wohnblockknacker). Sie verursachte durch die enorme Druckwelle, die beim Zünden des Sprengstoffs entstand, gewaltige Schäden an Gebäuden, die einfach umgerissen wurden. Feuerbrände entstanden dadurch üblicherweise nicht, nur außergewöhnliche Zerstörungen.

Um sich ein Bild von der Lage zu machen, besuchte Gauleiter Sprenger die betroffenen Orte und machte dabei mit seinem Tross am Donnerstag, den 10. September, auch in Flörsheim halt.

Am Krankenhausgarten, dem zusammengebombten Haus Mohr (Ecke Klober- und Riedstraße) gegenüber, rief er dem im Bauschutt hantierenden Matthäus Mohr zu: „Kriegen jede Unterstützung, Herr Mohr, Ihr Haus wird schöner denn je!“, worauf der meinte: „Ich wünschte, ich hätte es schon!“ Sein Sohn Karl berichtet: „Von hinten haben wir ihn gezupft, still zu sein. Der hätte sich sonst mit seinem losen Mundwerk in Teufels Küche gebracht.“ Wie von Matthäus Mohr gemutmaßt, war mit der staatlichen Unterstützung nicht viel los, und so lebte die Familie sieben lange Jahre in einem Behelfsheim zwischen dem Sägewerk Mohr und dem Sägewerk Richter. Karl Mohr: „Sie können vom Bürgermeister Stamm alle halten, was sie wollen, der hat dafür gesorgt, dass wir die Baracke überhaupt bekommen haben. Zu der Zeit hast du in Flörsheim ja keine Wohnung gefunden.“ 1948/49 wurde das Haus Mohr wieder aufgebaut und 1950 bezogen.

Grabenstraße (Bäckerei Jakob Dehn, Nr. 33)

Nach dem Sirenenalarm um 23:30 Uhr suchten Bäckermeister Jakob Dehn, seine Frau, die Kinder Ludwig und Erna sowie die Untermieterin Frau Braun Zuflucht im Keller. Eine Brandbombe schlug hinten rechts durch die Decke der Backstube ein; auslaufende brennende Flüssigkeit entzündete die Brotdielen und das Dach. Beim Versuch, den Brand mit Sand und einem Gartenschlauch zu löschen, trat wegen der Überlastung des Ortsnetzes nur ein kraftloser Strahl aus dem Wasserhahn. Eine schwere Sprengbombe detonierte in unmittelbarer Nähe und riss Dehn fast von den Beinen.

Nachbarin Frau Dehn holte Nachbar Josef Dienst zu Hilfe. Zahlreiche Helfer bildeten eine Eimer-Menschenkette, die Wasser aus den privaten Brunnen von Josef Dienst und Josef Breckheimer herbeischaffte. In den Dachgauben wurden zwei gefüllte Waschbütten platziert, aus denen Wasser mit einer Luftschutzspritze auf das Dach gepumpt wurde; weitere Helfer löschten vom Zinkdach des Backstübchens aus. Als der Keller verrauchte, floh die 13-jährige Tochter Erna mit vier Gasmasken und wichtigen Familienpapieren in das Nachbarhaus Dienst. Jakob Dehn karrte gemeinsam mit Metzgermeister Ludwig Vorndran unter herabfallendem Löschwasser und brennenden Balken 15 Säcke Mehl auf einer Sackkarre über Ziegelschutt in Sicherheit. Nach rund einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle; der Dachstuhl der Backstube brannte komplett nieder, die benachbarte Scheuer wurde teilweise angesengt.

Eisenbahnstraße (Schlossermeister Philipp Schneider, Nr. 59 & Familie Kunz, Nr. 55)

Reinhold Kunz stand mit seinem Vater Georg vor dem Hoftor des Thomas-Hauses (Nr. 55), als nach taghellem Schein eine Luftmine im Bereich zwischen Graulich und dem alten Friedhof detonierte. Der Luftdruck riss das schwere Hoftor komplett weg, sodass nur der Torbogen stehen blieb; die Ziegel der Dächer wurden heruntergefegt. Die Kunz-Männer mieden den nahegelegenen Gemeinschaftsbunker unter Bauer Forsters Scheune, in dem während des Alarms 30 bis 40 Personen Schutz suchten.

Im Hause von Philipp Schneider (Nr. 59) fiel um 00:15 Uhr eine kleine Brandbombe in den oberen Hausflur, kurz darauf schlug eine 50 Pfund schwere Phosphorbombe durch die Decke der oberen Küche ein und vernichtete Möbel. Vier Personen befanden sich im Haus: Philipp Schneider, seine Frau sowie Tochter Else mit Schwiegersohn. Der Brand im Flur wurde mit Sand, einem Kohlensäure-Feuerlöscher und einem nassen Teppich bekämpft. Aus dem Wasserschlauch tröpfelte infolge des Druckabfalls im Netz kaum Wasser. Georg und Reinhold Kunz sowie weitere Nachbarn eilten herbei, stellten Leitern auf und schütteten Wasser aus Eimern in die Giebelfenster, während Mobiliar aus dem Erdgeschoss geborgen wurde. Um 01:30 Uhr nahm Schneider die Wohnzimmeruhr von der Wand; zu dieser Zeit drückte ihm Pfarrer Dekan Klein stumm die Hand. Das Dach brannte vollkommen ab, das Obergeschoss war total zerstört. Schneiders Angehörige fanden eine Bleibe im Nachbarhaus bei Christian Kohl.

Hauptstraße (Hofreiten Koch, Nr. 15, Zilch, Nr. 13 und Hofmann, Nr. 11)

Bei Lorenz Koch (Nr. 15) suchten seine Frau, Tochter Juliane Hofmann, Schwiegersohn Franz Hofmann, die Enkelinnen (u. a. die 5-jährige Rosemarie), Nachbar Scheer mit drei Kindern (15, 12 und 5 Jahre) sowie ein 19-jähriges Besuchermädchen Schutz im Gewölbekeller unter der Gemeindescheune. Eine Sprengbombe schlug in die über dem Keller liegende, mit Heu und Strohballen gefüllte Scheune ein. Das Strohlager dämpfte die Wucht, sodass das Kellergewölbe standhielt, die Scheune jedoch vollständig vernichtet und das Wohnhaus schräg abgerissen wurde.

Die Deckenlampe erlosch, Schuttmassen fielen herab und das 19-jährige Besuchermädchen wurde zur Hälfte verschüttet. Die Männer gruben sie mit bloßen Händen aus; über einen Spalt unter einem querstehenden Balken am Kellerbogen flohen die Schutzsuchenden ins Freie. Eine Brandbombe zündete vor dem Haus und setzte über spritzenden Phosphor das Vorderhaus (Vorhänge und Paradekissen bei Familie Scheer) in Brand, was von Herrn Scheer und Schreinermeister Philipp Wolf schnell gelöscht wurde.

Landwirt Johann Zilch (Nr. 13) hatte bei Alarm im Freien gestanden. Seine Frau stolperte auf der Flucht mit Tochter Ria über Trümmer und brach bis zum Bauch in eine Jauchegrube ein, bevor sie von Frau Hofmann und Georg Zilch herausgezogen wurde. Johann Zilch erlitt einen lebensgefährlichen Bombensplitter in der Lunge und wurde blutüberströmt in den Schutzkeller der Schreinerei Wolf gebracht. Nach Erstversorgung durch Dr. Hamel und Beistand durch Kaplan Arnold transportierte ihn ein Auto nach Frankfurt-Höchst ins Krankenhaus. In den Ställen wurde eine Ziege getötet, zwei Schweine überlebten in einem Hohlraum; über 40 Zentner Hafer der gemeindlichen Notreserve in der Scheune wurden vernichtet.

Riedstraße und Krankenhaus

Eine schwere Luftmine detonierte direkt auf der Gartenmauer des Krankenhauses, dessen Verwaltung beim Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi lag. Die Druckwelle knickte Bäume um, ließ Wasserrohre platzen und riss Mauern weg. Phosphorbomben steckten Nebenräume und das Waschhaus in Brand, die Klausurräume stürzten großteils ein. Die Schwestern hatten zuvor das Allerheiligste in den Luftschutzkeller gebracht; die Marienstatue in der Gartengrotte blieb unter den Trümmern unbeschädigt.

Entlang der Riedstraße wurden die Häuser von Mohr (Ecke Kloberstraße), Schmitt (Nr. 25), Stahl (Nr. 27), Janz, Merker, Reul und Bach völlig oder weitgehend zerstört:

  • Todesfall Elisabeth Schmitt (Riedstraße 25): Wilhelm Schmitt und seine Frau Elisabeth wurden im straßenseitigen Kellerteil von der herabstürzenden Decke bis zur Brust verschüttet. Elisabeth Schmitt wurde von einem herabfallenden Eisenträger erschlagen und starb um 00:45 Uhr im Beisein ihres eingeklemmten Mannes. Wilhelm Schmitt machte mit einer Taschenlampe Helfer auf sich aufmerksam und wurde ausgegraben.
  • Todesfall Christoph Körner: Körner, der sich geweigert hatte, in den Luftschutzkeller zu gehen, stand vor der Tür des Krankenhauses und wurde von der Detonation zerrissen.
  • Rettung im Haus Matthäus Mohr (Kloberstraße/Riedstraße): Die elf Schutzsuchenden saßen verschüttet im Keller. Dackel „Seppl“ spürte ein Lichtloch an einem durch eine vorherige Kohlenlieferung erhöhten Kellerfenster zur Kloberstraße auf, über das alle elf Personen entkommen konnten.
  • Haus Wilhelm Mohr (Riedstraße 26): Vier Schutzsuchende (darunter Sohn Reinhold Mohr und ein Ferienkind aus dem Saarland) überstanden den Angriff dank 1940 eingebauter Stützbalken und entkamen über einen Notausstieg, da die Kellertür durch Trümmer blockiert war.
  • Riedstraße 32 (Familie Geiss/Ciesielski): Dächer wurden abgedeckt, Fenster und Rahmen herausgerissen; die schwangere Mutter schlief nach dem Schock erschöpft im mit Scherben bedeckten Bett ein.

Obermainstraße, Karthäuserstraße und Altstadt

In der Obermainstraße brannte das um 1770 errichtete Traditionsanwesen der Gaststätte „Zum Stern“ bis auf die Grundmauern nieder. Der Knecht hatte die im Ebbelwoikeller sitzende Familie Laufenberg/Schmitt alarmiert. Franz Laufenberg brachte die Pferde Berta und Lotte über den Damm nach Eddersheim in Sicherheit; Schweine wurden bei Nachbarn (Stippler in der Borngasse 5, Lauck am Kreuz) untergebracht. Auf dem Anwesen zählte man über 10 Brandbomben. Die Familie floh in den historischen Mainturm und in die Villa Dienst.

In der Karthäusergasse flüchteten zahlreiche Bewohner in den Keller der „Karthaus“. Bomben trafen die Karthäuser-Mälzerei; Josef Hartmann entschärfte trotz eines geschienten Armes 12 bis 15 Brandbomben. In der Gasse brannten Anwesen von Martin Gutjahr, Weilbächer, die Sattlerei Martin Mohr und die Werkstatt von Wagner Schichtel samt den Scheunen von Peter Keller lichterloh.

Weitere Brände erfassten die Hofreite der Spedition Müller, die Scheunen von Lorenz Thomas (Kohlgasse) und Witwe Hartmann (Häfnergasse) sowie von Lorenz und Adam Schleidt in der oberen Hauptstraße. Das Riedhaus von Georg Kohl brannte trotz des Einsatzes der HJ-Feuerwehr nieder. Im Norden standen das Sägewerk Richter und ein Gebäude der Chemischen Fabrik Noerdlinger in Flammen. In der Feldflur am Eddersheimer Weg schlug eine schwere Sprengbombe in den Acker von Heinrich Dreisbach ein, zerstörte das gesamte Gemüseland und riss die benachbarten Häuser Mohr, Flörsheimer und Rühl ein.

Bahnhofstraße (Nr. 19/21)

Im Luftschutzkeller der Gaststätte „Zum Bahnhof“ („Schoosche“, Bahnhofstraße 19) saßen mehrere Bewohner und die Familie des Zeitzeugen Werner Ruppert. Nach Detonationen um 23:15 Uhr klopfte Familie Nikolaus Schneider an die Brandmauer zum Nachbarhaus Nr. 21 (Steinmetz Josef Fuhrmann). Männer schlugen mit Pickeln die dünne Wand des Notdurchbruchs ein und zogen die fünfköpfige Familie Schneider (Rudi, Brunie, Anna, Mutter und Vater Nikolaus) in den Schutzraum, kurz bevor eine weitere Druckwelle den Durchgang erschütterte.

Kapitel 5: Brandbekämpfung, Notversorgung und Infrastruktur

Zusammenbruch der Trinkwasserversorgung

Unmittelbar nach den ersten Bombeneinschlägen wurden im gesamten Ortsgebiet sämtliche verfügbaren Wasserhähne aufgedreht, um Löschwasser bereitzustellen. Dies führte zu einer sofortigen, totalen Überlastung des 1928 in Betrieb genommenen Trinkwassernetzes. Durch die Erschütterungen der Detonationen entstanden im Rohrnetz zudem insgesamt 16 Rohrbrüche. Aus Schläuchen und Zapfstellen trat fast überall nur noch ein kraftloser, spärlicher Wasserstrahl aus.

Die Brandbekämpfung hing daher von privaten Haus- und Hofbrunnen ab (wie etwa den Brunnen der Familien Josef Dienst und Josef Breckheimer), die im Gegensatz zu vielen nach 1928 zugeschütteten Brunnen noch intakt waren. Zudem musste der Main als primäre Löschwasserquelle für das Großaufgebot herhalten.

Die Löscheinsätze und beteiligten Kräfte

Die Freiwillige Feuerwehr Flörsheim rückte mit sämtlichen verfügbaren Hydrantenwagen und Motorspritzen aus. Aufgrund der Vielzahl gleichzeitiger Brände – darunter 12 Großbrände allein im Bereich zwischen Obermainstraße und Karthäuserstraße – konzentrierten sich die Wehrmänner auf die schwersten Brandherde; kleinere Einzelbrände mussten den Hausbewohnern und Nachbarschaften überlassen werden.

Die Jugendlichen der HJ-Feuerwehr (14 bis 18 Jahre) erhielten in dieser Nacht ihre Feuertaufe. Sie bekämpften unter anderem unter Einsatz von Hans Embs den Brand des Riedhauses von Georg Kohl und hielten bis zum Morgengrauen Brandwache. Der Gesamteinsatz der Flörsheimer Kräfte erstreckte sich über vier Tage und Nächte mit insgesamt 3.480 Arbeitsstunden:

  • 40 Feuerwehrmänner: jeweils 48 Stunden
  • 30 Angehörige der HJ-Feuerwehr: jeweils 48 Stunden
  • 10 Pflichtfeuerwehrmänner: jeweils 12 Stunden

Da Material und Mannschaftsstärke der Ortswehr bei weitem nicht ausreichten, wurde auswärtige Verstärkung alarmiert. Nach etwa 1,5 bis 2 Stunden trafen Wehren aus Weilbach, Delkenheim, Okriftel, Wicker, Wallau, Massenheim, Eddersheim, Kastel sowie die Werkfeuerwehr der Cellulose-Fabrik Okriftel ein und bauten Riegelstellungen auf.

Hindernisse und Materialverluste

Zahlreiche Straßen im Ort waren durch zähflüssigen, herumspritzenden Phosphor ausgelaufener Brandbomben blockiert und stellenweise kaum passierbar. Durch den Kontakt mit brennendem Phosphor und scharfkantigen Trümmern wurden fast 200 Meter Schlauchmaterial der Feuerwehr unbrauchbar. Nachbarschaften bildeten lange Menschenketten und reichten Eimer von Hand zu Hand weiter. Auf Dächern und in oberen Stockwerken wurden Wannen und Waschbütten mit Hand-Luftschutzspritzen sowie nasse Teppiche und Löschsand eingesetzt.

Zivile Verwundetentransporte und Notversorgung

Aufgrund schwerer Zerstörungen, Phosphorbränden in den Nebengebäuden und akuter Einsturzgefahr musste das vom Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi geführte Krankenhaus geräumt werden. Die Firma Graulich stellte dafür den gesamten folgenden Tag unaufgefordert einen Lastwagen bereit, um gerettete Ausstattung in das katholische Pfarrheim zu fahren.

Zur Versorgung der Verwundeten wurden Notlazarette eingerichtet:

  • Im Kindergarten des Josefshauses wurden 10 Behelfsbetten aufgestellt, in denen Schwester Beralda Kranke und Verwundete bis zu deren Verlegung oder Entlassung pflegte.
  • Weitere Leichtverletzte und Kranke wurden in den Klassenzimmern der Grabenschule versorgt.
  • Schwerstverletzte, darunter der von einem Bombensplitter in der Lunge getroffene Landwirt Johann Zilch, wurden nach Erstversorgung durch praktische Ärzte wie Dr. Hamel mit Fahrzeugen in die Krankenhäuser nach Frankfurt-Höchst und Hofheim transportiert.

Kapitel 6: Die Opfer und das Schadenausmaß in Flörsheim

Dokumentation der Flörsheimer Todesopfer

Durch den Bombenangriff in der Nacht vom 8. auf den 9. September 1942 verloren fünf Flörsheimer Bürger unmittelbar ihr Leben (in zeitgenössischen Aufzeichnungen von Heinrich Dreisbach wird zunächst von sechs Toten gesprochen, amtlich belegt und beigesetzt wurden fünf Opfer):

  • Lorenz Bachmann (64 Jahre):
    Wohnort & Beruf: Eddersheimer Straße 23; Maurermeister und Feuerwehrmann d. R. (stellvertretender Führer der Steigerabteilung, seit 1911 bei der Freiwilligen Feuerwehr).
    Todesumstände: Befand sich im Begriff, sein Haus zu verlassen, um zum Sammelplatz der Feuerwehr zu eilen. Beim Öffnen der Kellertür riss ihn der gewaltige Luftdruck einer an der Eddersheimer Straße detonierenden Luftmine die Kellertreppe hinab. Der enorme Druck zerriss ihm Lunge und Adern. Er verstarb gegen 01:30 Uhr.
  • Christoph Körner (47 Jahre):
    Wohnort & Beruf: Feldbergstraße 10; gelernter Rundschleifer.
    Todesumstände: Hatte sich geweigert, den Luftschutzkeller aufzusuchen, und stand vor dem Eingang des Flörsheimer Krankenhauses, als die Luftmine auf die Gartenmauer einschlug. Er wurde um ca. 00:45 Uhr durch die Detonation zerrissen und war sofort tot.
  • Peter Mohr VI. (65 Jahre):
    Wohnort & Beruf: Göringstraße 2 (heute Maler-Schütz-Straße); Rentner, früherer Fabrikarbeiter und Mitglied der Altersabteilung der Feuerwehr.
    Todesumstände: Erlitt infolge des Luftdrucks und der Erschütterungen der Detonationen um 02:00 Uhr in seiner Wohnung einen tödlichen Herzschlag.
  • Elisabeth Schmitt (60 Jahre):
    Wohnort: Riedstraße 25.
    Todesumstände: Suchte mit ihrem Mann Wilhelm Schutz im Keller ihres Wohnhauses. Beim Einschlag der Luftmine stürzte die Kellerdecke ein. Elisabeth Schmitt wurde bis zur Brust verschüttet, von einem herabstürzenden Eisenträger erschlagen und starb um 00:45 Uhr im Beisein ihres eingeklemmten Ehemanns.
  • Theodor Stahl (61 Jahre):
    Wohnort & Beruf: Riedstraße 27; gelernter Schlosser und Invalide.
    Todesumstände: Wurde um 00:45 Uhr beim Einsturz seines Wohnhauses durch die Trümmer der herabstürzenden Decke erschlagen.

Gebäude- und Sachschäden in Flörsheim

Die Zerstörungen im Gemeindegebiet waren beispiellos in der bisherigen Ortsgeschichte:

  • Totalzerstörungen: 14 Wohnhäuser vollständig zerstört (darunter Häuser in der Riedstraße wie Mohr, Schmitt, Stahl, Janz, Merker, Reul, Lehrer Bach; in der Feldflur am Eddersheimer Weg die Häuser Mohr, Flörsheimer, Rühl; ferner das Wohnhaus Koch in der Hauptstraße 15 zur Hälfte weggerissen). 12 Scheunen völlig niedergebrannt (unter anderem die Hofreiten von Lorenz Thomas in der Kohlgasse, Witwe Hartmann in der Häfnergasse, Schichtel und Keller in der mittleren Hauptstraße sowie Bauernhöfe Schleidt in der oberen Hauptstraße). Das historische Anwesen des Gasthauses „Zum Stern“ (Obermainstraße) brannte bis auf die Grundmauern nieder. Das Sägewerk Richter wurde total vernichtet.
  • Schwere Gebäudeschäden: 41 Wohnhäuser und 26 Wirtschaftsgebäude erlitten schwere Schäden (in einer Zählung Dreisbachs wurden zusammenfassend 68 Häuser als fast oder völlig zerstört verzeichnet). Die Chemische Fabrik Noerdlinger brannte zu 30 bis 40 % ab. Das Flörsheimer Krankenhaus erlitt verheerende Verwüstungen: Klausurräume und Waschhaus stürzten ein, Nebenräume brannten völlig aus, Operations- und Krankensäle wurden unbenutzbar. Das Riedhaus (Eigentümer Georg Kohl) brannte nieder.
  • Leichte Gebäudeschäden: 265 Wohnhäuser und landwirtschaftliche Anwesen wiesen leichtere Beschädigungen auf (abgedeckte Ziegel, geborstene Fensterrahmen, herabgestürzter Putz).
  • Landwirtschaftliche und infrastrukturelle Verluste: Vernichtung ganzer Ernten auf den Feldern am Eddersheimer Weg, Verlust von Nutzvieh, Vernichtung von über 40 Zentnern Hafer der Gemeindevorräte sowie Zerstörung von rund 200 Metern Feuerwehrschläuchen.

Die Opfer und Schäden im regionalen Vergleich

Der Angriff war Teil einer großangelegten Operation gegen das Rhein-Main-Gebiet, bei der auch Nachbargemeinden schwere Treffer erhielten:

  • Rüsselsheim: Bildete zusammen mit den Opel-Werken das industrielle Hauptziel. Minen, Spreng- und Brandbomben trafen die Werksanlagen, die Siedlung B, Geyersbühl, die Parkschule und die Gefangenenlager. Die Stadt beklagte insgesamt 50 Todesopfer (26 Zivilisten sowie 24 französische Kriegsgefangene im Opel-Barackenlager; Dreisbach vermerkte in seinem Tagebuch 30 Tote).
  • Raunheim: Zwei schwere Sprengbomben schlugen in Wohngebiete ein, zerstörten mehrere Häuser und forderten 10 Tote.
  • Umliegende Orte: In Wicker brannten zwei Scheunen nieder, in Hochheim eine Scheune; Bomben fielen zudem auf Trebur, Bischofsheim und Königstädten.

Kapitel 7: Die unmittelbaren Nachwirkungen (September bis Dezember 1942)

Trümmerräumung, Notsicherungen und Kadaverbergung

Unmittelbar am Morgen des 9. September 1942 traten die Hitlerjugend (HJ) und das Jungvolk zum Arbeitsdienst an. Die Jugendlichen wurden für eine volle Woche von ihren Lehrbetrieben freigestellt (mit behördlicher Bescheinigung der Gemeindeverwaltung). Während Erwachsene die schweren Trümmer, Balken und Mauerbrocken wegschafften, barg das Jungvolk kleinere Gegenstände und Hausrat (wie Wäschestücke der Familie Riederich aus den Trümmern des Hauses Mohr, Kloberstraße 14).

Eine vorrangige Aufgabe der Jungen bestand darin, Tierkadaver (u. a. Geflügel und Hasen) aus den Trümmern zu bergen, um der akuten Seuchengefahr vorzubeugen. 16-jährige HJ-Angehörige bestiegen die abgedeckten Dächer entlang der Riedstraße und rund um das Krankenhaus, um herabgerutschte Dachziegel wieder einzuhängen oder provisorisch zu ersetzen. Hausbesitzer versorgten die Hilfskräfte trotz strenger Lebensmittelrationierung mit Ersatzkaffee und Geleebroten; abends verteilte der Bund Deutscher Mädel (BDM) Kartoffelsalat und Brot an den Einsatzstellen.

Behördliche Reaktionen: Besuch von Gauleiter Sprenger am 10. September 1942

Am Donnerstag, den 10. September 1942, besichtigten der Gauleiter von Hessen-Nassau, Jakob Sprenger, und Bürgermeister Dr. Ludwig Stamm die Trümmerstätten in Flörsheim. Der Gauleiter händigte geringe finanzielle Soforthilfen aus – so erhielt etwa Herr Scheer 25 Reichsmark und Frau Koch 15 Reichsmark. Sprengers zynisch empfundene Bemerkung gegenüber Frau Koch, sie könne sich nach dem Krieg neue Töpfe kaufen, stieß bei den Zeitzeugen auf Unverständnis.

An anderer Stelle kam es zu offenem Unmut: Als die Parteifunktionäre die zerstörte Riedstraße besichtigten, rief Wilhelm Mohr ihnen verärgert zu, sie sollten lieber eine Schaufel in die Hand nehmen und Dreck wegschaffen, anstatt herumzureisen.

Die Beisetzung der Opfer am 13. September 1942

Am Sonntagnachmittag, den 13. September 1942, wurden die fünf Todesopfer um 15:00 Uhr auf dem Alten Friedhof (Jahnstraße) beigesetzt. Rechts neben dem Friedhofseingang war hierfür eine gemeinsame Begräbnisstätte eingerichtet worden. An der Beisetzung nahmen eine Ehrenformation der Wehrmacht, Abordnungen sämtlicher Parteigliederungen, der NS-Reichskriegerbund, die Freiwillige Feuerwehr sowie die Ortsvereine und weite Teile der Bevölkerung teil. Nachrufe sprachen der NSDAP-Kreisleiter sowie für die Gemeinde Flörsheim der Beigeordnete Höckel. Das militärische Ehrengeleit präsentierte das Gewehr, Musikkapellen intonierten die Nationalhymnen. Im Anschluss vollzog der katholische Dekan Klein die kirchliche Weihe der Gräber und die Beisetzungsfeierlichkeiten.

Notunterbringung und Wohnraumlenkung im Herbst/Winter 1942

Ausgebombte Familien kamen zunächst bei Verwandten und hilfsbereiten Nachbarn unter: Die Großeltern Koch erhielten von der Familie Ruppert zwei Räume im ehemaligen Zigarrengeschäft (Hauptstraße 14). Familie Philipp Schneider kam im Nachbarhaus von Christian Kohl unter. Familie Wilhelm Mohr fand vorübergehend ein Obdach auf der Traiser Mühle, während gerettete Möbel im oberen Saal der Karthaus deponiert wurden. Familie Schmitt/Laufenberg („Zum Stern“) bezog Notunterkünfte bei Verwandten in der Eisenbahnstraße (u. a. Haus Nr. 15 und 21).

Bürgermeister Dr. Stamm organisierte für die obdachlos gewordene Familie von Mathäus Mohr eine Holzbaracke, die vom Sägewerk Mohr ursprünglich für das Militär produziert worden war. Zu Weihnachten 1942 konnte die Familie in dieses Behelfsheim zwischen den Sägewerken Mohr und Richter einziehen (Miete: 48 Mark) und dahinter einen Behelfsstall für Vieh anbauen. Die zweite Hälfte dieser Doppelbaracke wurde auf dem Schulhof der Riedschule aufgestellt, um weiteren Ausgebombten als Notunterkunft zu dienen.

Zivile Schutzkonsequenzen nach dem Großangriff

Die Erfahrung des totalen Druckabfalls im Trinkwassernetz veranlasste die Gemeinde zum Handeln: Im ausgebombten Keller des zerstörten Wohnhauses von Mathäus Mohr (Ecke Kloberstraße/Riedstraße) wurden die Zwischenwände herausgebrochen und die Außenmauern wasserdicht verputzt, um ein großes offenes Löschwasserbecken für künftige Notfälle zu schaffen.

Der Angriff zerstörte zudem die vormalige Sorglosigkeit der Bevölkerung; bei nachfolgenden Alarmen suchten auch Männer strikt und diszipliniert die Schutzräume auf. Keller wurden massiv verstärkt (u. a. mit Stützbalken gegen Deckenstürze, eisernen Schutzblenden und Notausstiegen). Nachbarschaftliche Bunkergemeinschaften forcierten den Bau massiver Tiefbunker mit verstärkten Betondecken (z. B. der Bunker unter Bauer Forsters Scheune mit 1,50 Meter Betondecke, Stahlschiebetüren und Notausgängen zum Rathenauplatz).

Propaganda und Sondergerichtsbarkeit

In der lokalen Presse (wie der „Maingau-Zeitung“) durfte aus Zensurgründen kein detaillierter Bericht über die tatsächlichen Schäden und das Ausmaß des Angriffs auf Flörsheim erscheinen; die Berichterstattung beschränkte sich im Wesentlichen auf die Todesanzeigen der fünf Opfer. Die NS-Justiz reagierte auf Vorfälle im Zusammenhang mit den Aufräumarbeiten mit äußerster Härte: Die „Maingau-Zeitung“ meldete am 15. September 1942 die Hinrichtung eines 65-jährigen Mannes durch das Fallbeil, der bei den Aufräumarbeiten einer völlig zerstörten südhessischen Gastwirtschaft auf frischer Tat beim Diebstahl von 30 Pfund Mehl und einem Paar Sandalen ertappt und von einem NS-Sondergericht zum Tode verurteilt worden war.

Kapitel 8: Ausgewählte Zeitzeugenberichte im Wortlaut und Detail

In den vorangegangenen Kapiteln wurden die Ereignisse analytisch und chronologisch zusammengefasst. Um die unmittelbare menschliche Dimension der Nacht vom 8. auf den 9. September 1942 greifbar zu machen, dokumentiert dieses Kapitel herausragende Zeitzeugenberichte in ihrer vollen Ausführlichkeit. Die Schilderungen wurden von unmittelbar Betroffenen verfasst beziehungsweise überliefert und spiegeln das Geschehen aus unterschiedlichen Brennpunkten des Ortes wider.

8.1 Bericht des Schlossermeisters und Heimatforschers Philipp Schneider

(Wohnhaft in der Eisenbahnstraße 59; niedergeschrieben von ihm selbst am 20. September 1942)

„Die Geisterstunde war gerade angebrochen, als die Sirenen ins Dunkel einer milden Spätsommernacht heulten. Schnell überprüften wir noch einmal, ob alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen waren, um uns danach in den Keller zu begeben. Kaum häuslich eingerichtet, waren auch schon die ersten englischen Flieger über uns. Die in der Umgegend und auf dem ‚Rod‘ eingebauten Flugabwehrgeschütze feuerten, was das Zeug hielt, den Widerhall der krachenden Geschosse hörte man ganz deutlich.

Nach einiger Zeit ging ich kurz in den Hof, um zu sehen, wie es um uns stand. Von Hochheim bis Eddersheim schien es heller Tag. Schätzungsweise standen 30–35 Leuchtschirme am Himmel, um den Bomberpiloten die Arbeit zu erleichtern und die Zielgenauigkeit zu erhöhen. Kurze Zeit später, ich hatte den schützenden Keller längst wieder aufgesucht, fiel ein wahrer Bombenregen auf Rüsselsheim, Raunheim und Flörsheim.

Um 0.15 Uhr öffneten wir in aller Vorsicht einen spaltbreit die Kellertür, ein greller Lichtschein schlug uns entgegen. ‚Unser Haus brennt!‘ – kaum den Schrei der Tochter gehört, war all meine Furcht, all meine Angst verflogen. Mit eisernem Willen versuchten wir zu retten, was zu retten war. Eine kleine Brandbombe war in den oberen Hausflur gefallen und hatte gezündet. Wir waren vier Personen im Haus, meine Frau, meine Tochter Else mit ihrem Mann und meine Wenigkeit. Schreckensbleich sahen wir, wie die Flammen die Türen und das Holzwerk angriffen. Zu allem Überfluss fiel im gleichen Moment eine 50 Pfund schwere Phosphorbombe in die obere Küche. Mit vereinten Kräften versuchten wir, erst die kleine Bombe zu löschen, da diese uns den Weg zur Küche hinauf versperrte.

Der für den Notfall bereitstehende Sand wurde in die Flammen geschüttet, um sie zu ersticken, dabei flogen uns die Funken nur so um die Ohren. Ich holte den Feuerlöscher, der mit Kohlensäure gefüllt war, doch anstatt das Löschpulver in die Flammen zu sprühen, habe ich vor lauter Aufregung gut die Hälfte des Inhaltes neben den Feuerherd gespritzt. Erst mit dem wassergetränkten Teppich, den meine kluge Tochter flugs herangeschafft hatte, ließ sich das Feuer ersticken. Aber über uns brannte schon das Dach. Die Phosphorbombe, die kaum 10 Minuten zuvor durch die Decke der Küche eingeschlagen war, hatte Tisch, Schrank und Stühle bereits in Schutt und Asche gelegt.

Wie ein Besessener rannte ich in den Hof, um den bereitliegenden Wasserschlauch zum Einsatz zu bringen. Doch wie groß war die Enttäuschung, als nur ein kraftloser Strahl aus der Schlauchspitze tröpfelte. Zwischen all dem Chaos hörten wir über uns die feindlichen Flieger und von Ferne das donnernde Grollen unserer Abwehrgeschütze.

Inzwischen hatten sich Männer, Frauen und Kinder aus der Nachbarschaft im Hof eingefunden, um uns bei den Löscharbeiten hilfreich zur Seite zu stehen. Die Männer holten alle verfügbaren Leitern herbei und schütteten aus luftiger Höhe das Wasser, das in Eimern von Hand zu Hand gereicht wurde, in das lodernde Flammenmeer. Aus den Giebellöchern schlug ihnen das Feuer entgegen. Frauen und Kinder schleppten aus den umliegenden Nachbarhäusern eimerweise das wenige Wasser, das spärlich aus der Leitung ‚trippelte‘, herbei. Wie verfluchte ich in diesem Moment den Umstand, keinen Brunnen mit einer modernen Motorpumpe mein Eigen zu nennen. Überhaupt waren sich alle an den Löscharbeiten Beteiligten einig, dass man im Überschwang der Freude, endlich an die 1927 verlegte und am 1. April 1928 vollständig in Betrieb genommene örtliche Wasserleitung angeschlossen zu sein, vorschnell und ziemlich unüberlegt viel zu viele in Privatbesitz befindliche Brunnen zugeschüttet hatte.

Mit einem mürrischen: ‚Vorbei iss vorbei!‘ verscheuchte ich die Gedanken und sah zu den fleißigen Helfern, die sich beeilten, so viele Möbelstücke, Kleidung und was weiß ich noch was, aus der Wohnung meiner Tochter zu retten. Aus meiner im Erdgeschoß liegenden Wohnung konnte alles geborgen werden. Nach und nach schleppten wir den gesamten Hausrat in die Höfe der Nachbarschaft. Als ich die Wohnzimmeruhr von der Wand nahm, zeigten ihre Zeiger exakt 1 Uhr 30 an. Mitten im Ganzen Drunter und Drüber stand mit einem Male der Herr Pfarrer Dekan Klein wie aus dem Boden gewachsen vor mir und drückte mir zum Zeichen seiner Anteilnahme stumm die Hand.

Fazit: Das Dach meines Hauses war abgebrannt, die obere Wohnung total zerstört. Im ersten Stock gingen meine Augen hinauf, dorthin, wo einstmals Gebälk und Ziegeln die Sicht zu den Wolken versperrten, doch in dieser Nacht verliert sich mein Blick in der Tiefe des friedlich leuchtenden Sternenhimmels. Ein Bild vollkommener Schönheit für jeden romantisch Veranlagten, für den geschädigten Hausbesitzer hingegen ein Bild des Jammers.

Nach getaner Arbeit verliefen sich die treuen Helfer aus der Nachbarschaft, um endlich in ihre Betten zu kommen, oder aber sie waren längst zum nächsten Brandherd geeilt, um auch dort zu retten, was zu retten war. […] Meine Frau und meine Tochter samt Schwiegersohn hatten im Nachbarhaus Christian Kohl in der Wohnung meiner Schwester eine erste Bleibe gefunden, während ich, aufgedreht wie ich war, an Schlaf gar nicht zu denken brauchte. Und so machte ich mich in den frühen Morgenstunden daran, den Brandschutt im Hof mittels Schubkarren auf die Straße zu fahren. […] 40 Jahre lang hatte das Haus mir Unterkunft gewährt und jetzt war alles futsch.

Trotz allem – ich hege keinen Groll, sondern dankte Gott, dass meine Familie und ich die Nacht gesund überstanden hatten, oder besser, dass wir mit dem Leben davongekommen sind. […] In den nachfolgenden Tagen habe ich mit der tatkräftigen Hilfe meiner beiden Brüder Johann und Josef ein Notdach errichtet, und so konnten zumindest meine Frau und ich in unserer Erdgeschosswohnung verbleiben.“

8.2 Bericht des Wilhelm Schmitt über den Tod seiner Ehefrau Elisabeth

(Wohnhaft in der Riedstraße 25; aufgezeichnet von Bäckermeister und Heimatforscher Jakob Dehn)

„Durch das Sirenengeheul aufgewacht, kleideten wir uns rasch an und eilten zum Keller. Meine Frau in Sicherheit wissend, blieb ich im Hof stehen und hielt Ausschau. Und schon vernahm ich das Surren der feindlichen Flugzeuge.

Als ich sie über Rüsselsheim wähnte, entfalteten sich Leuchtbombe auf Leuchtbombe am nächtlichen Himmel. Nichts Gutes ahnend, folgte ich meiner Lisbeth in den Keller. Während wir bei Fliegeralarm immer im hinteren Teil des Kellers zum Hof hin Platz nahmen, erschien es mir in jenen Minuten ratsamer, im vorderen Teil, zur Straße hin, Schutz zu suchen.

Wir setzten uns, die Flak schoss aus allen Rohren, und schon gingen zischend die ersten Bomben nieder. Nach einigen Minuten ein furchtbarer Schlag, Schuttmassen ergießen sich über uns, die Kellerdecke kam herunter. Backsteine und Betonbrocken schlagen uns auf Kopf und Körper. Sekunden später sind wir bis auf Brusthöhe verschüttet.

Ich halte meine Lisbeth im Arm, sie stöhnt: ‚Willi, ich muss sterbe!‘ Wahnsinnig vor Wut und Verzweiflung über die ausweglose Lage versuche ich sie zu trösten. Blut rinnt mir vom Kopf, alle Glieder schmerzen, die Luft besteht nur noch aus Staub und Dreck, das Atmen fällt schwer. Das Stöhnen meiner Frau wird schwächer, sie röchelt. Verzweifelt versuche ich mich zu befreien, doch vergebens, aus den Schuttmassen gibt es kein Entkommen. Meine Frau seufzt, dann ist es still, langsam senkt sich ihr Kopf zur Brust, meine Lisbeth ist tot.

Wahnsinnig vor Schmerz und Trauer höre ich in der Ferne das Schießen der Flak, dann Stimmengewirr. Ich rufe um Hilfe und werde gehört. ‚Willi, wo bist du?‘ – ‚Hier!‘, schreie ich in meiner Todesangst. Im Drunter und Drüber der Trümmer finden mich die Männer nicht. Ich versuche mit der rechten Hand an die Rocktasche zu kommen, was mir mit einiger Mühe gelingt. Ich fühle den Schaft der Taschenlampe, ich schicke den Lichtkegel dorthin, wo ich die Männer vermute, endlich hatten sie mich entdeckt. Emsig arbeiteten sie sich an mich heran. Steine, Möbel, Balken und sonstige wegversperrende Trümmer wurden beiseite geräumt, dabei rutschte wieder und wieder Schutt nach und drohte mich gänzlich zu verschütten. Die Retter arbeiteten mit aller Vorsicht, kamen näher und näher, und endlich zogen sie mich ins Freie.

Auch der leblose Körper meiner armen Frau wurde geborgen. Sie wurde von einem Eisenträger der Kellerdecke erschlagen. Wie wünschte ich mir in diesem Moment, selbst tot zu sein. Doch Gott hat es nicht gewollt, so muss ich den Kampf des Lebens ohne meine geliebte Frau ganz alleine weiterkämpfen. Möge Gott mir helfen, mein Schicksal zu ertragen.

Mit mir verloren alle Nachbarn der näheren Umgebung ihr Hab und Gut. Auch ihre Häuser lagen in Schutt und Asche. Wie später festgestellt wurde, handelte es sich um eine Luftmine, die, direkt auf die Mauer des Krankenhauses aufgeschlagen, Tod und Verderben für die ganze Gegend brachte.“

8.3 Bericht des Zeitungsverlegers Heinrich Dreisbach

(Auszug aus seinen Tagebuchaufzeichnungen: „Weltuntergang im Kleinen!“)

„In der Nacht vom 8. auf den 9. September 1942 kam das drohende, langbefürchtete Gewitter zum Ausbruch, nämlich der Großangriff englischer und amerikanischer Flieger auf die Opelstadt Rüsselsheim und Flörsheim.

Um Mitternacht kam wie so oft der Alarm. Ich hatte erst das Gefühl, liegen bleiben zu sollen, da ich den Angriff für nicht sehr gefährlich hielt. Zog mich aber doch an und ging etwas später als Oma, Maria, Feelein und Ellen nach der ‚Karthaus‘ in den Keller. Am großen Karthäuserhoftor blieb ich noch bei einigen Personen stehen, hörte aber schon ein Summen in der Luft. ‚Das sind deutsche Flieger!‘ mutmaßte eine Stimme. Ich zog es vor, in der Versenkung zu verschwinden. Dort angekommen, sah ich, dass sich viel mehr Leute als sonst im Untergrund befanden; ich nahm es als Zeichen, dass heute ganz besonders dicke Luft herrschte. Schon nach 20 Minuten stieg die Stimmung ins Bedrohliche, alles drängte mit einmal zum Treppenaufgang, um im Freien den schaurig hell beleuchteten Himmel, hervorgerufen durch unzählige Leuchtschirme, zu sehen. Es war heller als am Tag. ‚Heut kriege se uns, heut sinn merr on de Reih!‘ waren die allseits gemachten Bemerkungen.

Da war auch schon heftige Schießerei zu hören, zudem die Abwehr und die Einschläge von Bomben. Die Stimmung im Keller wurde immer bedrückender. Frauen und Kinder weinten. Die Bombeneinschläge kamen immer näher, plötzlich – das Licht ist aus.

Dann die Nachricht: Feueralarm! Von fern hörte man die Sirenen. Erst hieß es, alle SA-Männer, später alle Männer raus. Jetzt häuften sich die Schreckensmeldungen: In der Karthäusergasse beim Martin Gutjahr brennt’s, bei der ‚Sauersch Lina‘, beim Bauer Schleidt resp. Weilbächer, beim Sattler Mohr, gleichzeitig fielen Bomben auf die Karthäuser-Mälzerei. Josef Hartmann mit seinem geschienten Arm stürzte beherzt zu der Gefahrenstelle und konnte 12–15 Brandbomben entfernen. […]

Feuerschein war nach allen Seiten hin. […] Hinter uns brannte es sehr schlimm bei Wagner Schichtel. Ich sah sofort, dass hier für uns die größte Gefahr bestand. Franks hatten ihre Wohnung schon fast ausgeräumt, das Bettzeug und die Wäsche auf die Straße geworfen oder gleich in die Karthaus geschafft, als ob die feuersicher wäre. Als allerlei Personen auch bei uns ausräumen wollten, lenkte ich die Sache erst einmal in vernünftige Bahnen und ließ das Zeug erst einmal ins Parterre schaffen. Einige wenige Möbelstücke kamen in die Karthaus oder in die entfernte Turnhalle am Jahnweg.

In all dem Chaos fiel hier und da immer wieder einmal eine Bombe, so dass einem der Boden unter den Füßen wankte. Ließ ein Mensch sich auf der Straße sehen, schossen die über uns kreisenden Flieger mit Maschinengewehren wie toll, worauf der Leichtsinnssprudler schutzsuchend in Deckung hechtete. Aber merkwürdig: Sobald man einmal aus der Kelleratmosphäre heraus war, war die Furcht verflogen und man hatte nur noch den Wunsch zu helfen und zu retten. Von allen Seiten strömten die Hilfskräfte herbei. Obwohl es keinen Strom gab, waren die Straßen durch die umliegenden Feuer hell erleuchtet. Weit schlimmer war da schon der Mangel an Löschwasser. Wasser lief ganz spärlich aus der Leitung. Trotz allem drehten wir alle verfügbaren Wasserhähne auf, stellten Eimer und Wannen darunter und sammelten so das kostbare Nass. Nun wurden alle Luftschutzspritzen und Eimer herbeigeschafft, um sie bei den Löscharbeiten einzusetzen.

Einige ganz Mutige kletterten auf den Anbau in der Karthäusergasse und spritzten oder gossen Wasser in die lichterloh brennende Werkstatt von Wagner Schichtel, wo übrigens das ganze Eck mit den Scheunen von Peter Keller und anderen ausbrannte. Schweißgebadet und mit etwas Glück verhinderten wir das Allerschlimmste. […] Als nach eineinhalb bis zwei Stunden der Wind auffrischte, wäre beinahe doch alles umsonst gewesen, wenn nicht gerade die Feuerwehren aus dem ‚Ländchen‘, aus Kastel und sonstigen Orten eingetroffen wären. Bald war alles unter Kontrolle, und unser Karthäusergassenhaus war (für diesmal) gerettet. […]

Als um halb Vier der Alarm beendet und für uns in der Karthäusergasse die größte Gefahr gebannt war, kam uns, gleich den Klageweibern, das Flennen. Ich konnte mein pitschnass geschwitztes Hemd kaum über den Kopf bringen. Einige Tassen Malzkaffee waren ein unglaublicher Trost und Genuss, und trotz des bis zum Tag anhaltenden Trubels auf der Straße legte ich mich ins Bett, die Kinder ebenfalls. Wir hatten unsere Schuldigkeit auf unserem kleinen Sektor des großen Unglücks getan.“

8.4 Bericht des Lorenz Koch über den Treffer in der Hauptstraße 15

(Aufgezeichnet von Jakob Dehn, ergänzt durch die Aussagen der Enkelin Rosemarie Hahn geb. Hofmann)

„Schon beim ersten Ton der Sirene war alles im Haus auf den Beinen. Meine Frau, meine Tochter, mein Schwiegersohn Franz Hofmann und die beiden Kinder. Zudem Herr Scheer, mit Tochter (12), den beiden Söhnen (15 und 5) und ein 19jähriges Mädchen, das in diesen Tagen zu Besuch war. Während die Frauen und Kinder im Keller unter der Scheune Zuflucht gefunden hatten, standen Herr Scheer, sein älterer Sohn, mein Schwiegersohn Franz und ich im Hof und beobachteten die Lage. Schon hörten wir das Motorengeräusch der feindlichen Flieger, gleich darauf ging westlich von Flörsheim Leuchtbombe auf Leuchtbombe am Himmel auf, so dass die Gegend taghell erleuchtet war. Darunter plötzlich ein grelles Rot, so etwas hatte noch keiner von uns zuvor je gesehen. Mir selbst schien es ein böses Omen, und so sagte ich zu meinem Nebenmann: ‚Ich glaub heut Nacht kann Flörsheim was erlebe!‘ Herr Scheer nickte, auch er schien vom Zeichen am Himmel beunruhigt.

Im gleichen Augenblick hörten wir ein unheilkündendes Zischen über uns, die erste Bombe suchte ihr Ziel. In höchster Eile suchten wir Zuflucht im Keller, in dem wir von unseren Angehörigen völlig aufgelöst und verängstigt empfangen wurden. Ich versuchte sie mit den Worten: ‚Nur Gottvertrauen, Gott wird uns schon beschützen!‘ zu beruhigen. Drei Minuten später erschütterte ein furchtbarer Schlag den Keller und schon stürzten Schuttmassen über die Treppe auf uns zu. Die Lampe an der Decke hatte ihren Geist aufgegeben. Von der Druckwelle zu Boden geworfen, rief ich in die Wolke aus Staub und Dreck: ‚Ruhe bewahren ihr Leute!‘ Ich hörte meine Tochter jammern: ‚Mein Kind, mein Kind!‘ […]

‚Wer hat eine Taschenlampe?‘ schrie Herr Scheer und tatsächlich, nach minutenlanger verzweifelter Suche leuchtete der Lichtkegel der Stablampe durch den Raum. Das 19jährige Mädchen, das zu Besuch bei Herrn Scheer weilte, lag zur Hälfte verschüttet vor der Kellertreppe. Mit den Händen befreiten wir sie aus dem Schutt und richteten sie auf. Dann ging es über die Trümmer hinweg dem Ausgang entgegen. Im Nu wurden Balken und Steine beseitigt, so dass wir endlich ins Freie kriechen konnten. […]

Als wir die Straße endlich erreicht hatten, schrie jemand: ‚Herr Scheer, im Haus brennt’s!‘ Eine Brandbombe war auf das Straßenpflaster geschlagen, und der herumspritzende Phosphor hatte den vorderen Teil des Hauses entzündet, während der hintere Teil durch die Sprengbombe in sich zusammengestürzt war. Während wir völlig erschöpft nebenan im Luftschutzkeller der Schreinerei Wolf Zuflucht suchten, löschten Herr Scheer und der Schreinermeister noch schnell den Brand, der noch nicht weiter um sich gegriffen hatte.

Im Luftschutzraum angekommen, war mein Enkelchen, das ich auf den Armen trug, ins Leben zurückgekehrt. Wir hatten gerade Platz genommen, da kam Johann Zilch, der die Hofreite Hauptstraße 13 bewohnte, mit seinem Kind auf dem Arm hereingestürzt. Er ließ sich auf der Bank nieder und war einer Ohnmacht nahe. Wir sahen, dass seine Hand voller Blut war. Ich nahm ihm das Kind von der Brust und legte den Verletzten auf die Pritsche. Jemand rannte los, den Arzt zu holen. Nach einiger Zeit des Wartens traf er ein, untersuchte kurz den armen Nachbarn und stellte fest, dass dieser von einem Splitter der Sprengbombe getroffen worden war. Der Mediziner ordnete die sofortige Überführung in ein Krankenhaus an. Kurz darauf traf auch Kaplan Arnold, der vom nahegelegenen Pfarrhaus herbeigeeilt war, im Keller ein, um uns und insbesondere dem Verletzten Trost zu spenden. Gegen Morgen fuhr ein Auto vor, um Johann Zilch nach Höchst ins Krankenhaus zu bringen.

Nachdem der Angriff endlich zu Ende war, machten wir uns auf den Heimweg. Bis auf den Giebel im Westen, der ragte einsam und verlassen in die Höhe, war die gesamte Scheune weggefegt. Zum Glück hatte der Scheunenboden, der gleichfalls Kellerdecke des darunter liegenden Schutzraumes war, dem Druck standgehalten. Die hintere Hälfte des Wohnhauses war ein einziges Trümmerfeld, das Inventar total zerstört. Die Ziege fanden wir tot unter den Trümmern des Stalles, während die beiden Schweine in einem schützenden Hohlraum, wenn auch in Todesangst, ohne größere Blessuren überlebt hatten. […] Dagegen war die eiserne Ration von über 40 Zentner Hafer, den die Gemeinde für noch schlechtere Zeiten in der Scheune gebunkert hatte, für alle Zeiten verloren.“

Quellenangabe

1. Militärische Meldung (Royal Air Force)

  • No. 50 Squadron, Swinderby an Headquarters, No. 5 Group: Combat and Sighting Report (Luftkampf- und Sichtungsmeldung) vom 10. September 1942.
  • Aktenzeichen: 50S/430/Arm | Registrierung: Central Registry H.Q. No. 5 Group R.A.F. vom 12. September 1942 | Katalognummer: AIR/50/188.
  • Zeichnung: Unterzeichnet vom Flight Lieutenant (F/L.), Gunnery Leader, No. 50 Squadron.
  • Frame 4046, Sortie 4317, Roll 106G, Allied Central Interpretation Unit (ACIU), The Aerial Reconnaissance Archives (TARA), National Collection of Aerial Photography (NCAP), Edinburgh, UK.

2. Zeitgenössische Zeitungsberichte, Bildmaterial und Bekanntmachungen

  • „Maingau-Zeitung“ (10. September 1942): Bericht über feindliche Einflüge (Seite 1); Todesanzeige für Maurermeister Lorenz Bachmann.
  • „Maingau-Zeitung“ (12. September 1942): Todesanzeigen für Christoph Körner, Peter Mohr VI. und Elisabeth Schmitt.
  • „Maingau-Zeitung“: Gemeinsame Todesanzeige der Gemeinde Flörsheim für die fünf Opfer, gezeichnet von Dr. Stamm (Ortsgruppenleiter und Bürgermeister).
  • „Maingau-Zeitung“ (15. September 1942): Bericht über die Verurteilung und Hinrichtung wegen Plünderung nach einem Luftangriff („Wer bei einem Luftangriff plündert, verfällt dem Tode“).
  • „Maingau-Zeitung“ (19. September 1942): Danksagung der Familie Theodor Stahl.
  • Paul Flesch im Besitz von Michael Petry
  • Heimatverein Flörsheim am Main 1924 e.V.
  • Dokumentenarchiv und Bildarchiv Flörsheimer Kriegschronik (Heinz Peter Vogel)

3. Kirchliche Dokumente

  • Kirchenbuch von St. Gallus, Flörsheim am Main: Eintragungen von Kaplan Arnold zu den Todesfällen Elisabeth Schmitt, Lorenz Bachmann und Peter Mohr.
  • Kirchenbuch von St. Gallus, Flörsheim am Main: Angaben von Pfarrer Dekan Klein zum Todesfall Christoph Körner.

4. Schriftliche Aufzeichnungen, Chroniken und Berichte (1942)

  • Jakob Dehn: Aufzeichnungen „Die Schreckensnacht vom 8. auf den 9. September 1942“, „Aus Schaden wird man klug“ (inkl. Querschnitt Bunker Martin Kilb), Berichte Willi Schmitt und Lorenz Koch.
  • Philipp Schneider: Bericht „Unser Haus brennt!“ (20. September 1942); Auszug aus „Die letzten Monate und Tage des Krieges 1939–1945 in Flörsheim/Main“.
  • Heinrich Dreisbach: Bericht und Tagebuch „Weltuntergang im Kleinen!“ (Niederschrift der Ereignisse und der Beisetzung vom 13. September 1942).
  • Freiwillige Feuerwehr Flörsheim am Main: Chronik zum 100. Geburtstag (1965), Abschnitt „Großeinsatz in der Nacht vom 8. auf 9. September 1942“.
  • Deutsches Rotes Kreuz Flörsheim: Festschrift „100 Jahre Deutsches Rotes Kreuz Flörsheim“ (1983).

5. Spätere heimatgeschichtliche Veröffentlichungen und Aufsätze

  • Peter Becker: Buch „Anmerkungen zu Mirjam“ („Die Bombennacht“); Aufsatzreihe „Heimat unterm Bombenhagel“; Tagebuch 1942; Dokumentation Gespräch Rosemarie Hahn (15.12.2005).
  • Dr. Bernd Blisch: Aufsatz „Vor 50 Jahren: Der Angriff auf Flörsheim“.
  • Werner Ruppert: Aufsatz „Vor hundert Jahren bekam Flörsheim ein Krankenhaus“; Leserbrief „Flörsheimer Zeitung“ vom 29. Juli 2004.

6. Im Text namentlich aufgeführte Zeitzeugen (mündliche Berichte / Aussagen)

  • Rosemarie Hahn (geb. Hofmann), Reinhold Kunz, Loni Laufenberg (verh. Weilbächer), Karl Mohr, Reinhold Mohr, Albert Schleidt, Elfriede Höhler, Edith Wehner (geb. Schmitt), Hans Bauer.

7. Dokumentationshinweis:

Diese Darstellung rekonstruiert den Ablauf der Nacht vom 8. auf den 9. September 1942, in der Flörsheim von alliierten Bomben schwer getroffen wurde. Grundlage bilden militärische Gefechtsberichte der Royal Air Force, Archivunterlagen der Feuerwehr, Kirchenbücher sowie die persönlichen Aufzeichnungen und Erinnerungen Flörsheimer Bürgerinnen und Bürger.

8. Urheberrecht, Quellennachweis & Nutzungshinweise

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